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Mit neuen Knochenfunden entstehen immer wieder neue Theorien über die Vergangenheit und Herkunft der Menschheit. Wir werden letztendlich aber nie genau wissen, wie lange es dauerte, den aufrechten Gang zu erlernen und wann unsere Geschichte begann.</p>Was wir aber wissen ist, dass es so nicht mehr lange weiter geht. Für die Berechnung der Olduvai-Theorie wurden nur die Bevölkerung und der Energieverbrauch zugrunde gelegt. Die Umweltverschmutzung oder ein großer Krieg könnten den Tag X jedoch erheblich vorverlegen. Im Blick auf diese diese Graphik drängt sich die Frage auf, welche Periode die beste (gewesen) ist. </p>Wer 1930 geboren wurde, ist heute nicht mehr der jüngste und wer 2000 das Licht der Welt erblickte, sähe schon im Alter von 20 Jahren schrecklichen Zeiten entgegen.</p>Aber es stellt sich auch die Frage, wo der beste Ort (gewesen) wäre. Die Wahrscheinlichkeit, eines natürlichen Todes zu sterben, war ab 1930 in Panama wesentlich höher als in Europa. So wird es möglicherweise bald wieder sein. Ochsengespann mit LKW-Reifen. Kuba, 2009. </p>Im Verhältnis zur Geschwindigkeit macht dieses Fahrzeug einen Höllenlärm, aber abgesehen vom Staub und dem Gummiabrieb entsteht keine Umweltbelastung.</p>Was den Weg nach Olduvai betrifft, so sind Kubaner im fortgeschrittenen Stadium. Wenn es soweit ist, werden sie daher weniger Probleme haben als wir, weil ihre Fallhöhe nach Jahren am Rande des Zusammenbruchs wesentlich geringer ist. So oder ähnlich könnte es in absehbarer Zeit in den Großstädten aussehen. Was in Phantasien der Verschwörer noch als Theorie gilt, ist in der Calle 11 in Colón bereits Realität.</p>Eine außergewöhnliche Immobilie, die zweifellos ihre besten Zeiten hinter sich, ihre schlechtesten aber noch vor sich hat. Nein, das Ding auf dem Dach ist keine Antenne, dort wächst ein Baum. Und die Dachbegrünung wurde auch nicht in liebevoller Arbeit von den Bewohnern angelegt. Es handelt sich um den natürlichen Verfall eines Betonklotzes... weit weg von der Finca Bayano.

Olduvai-Theorie

Die 'Olduvai-Theorie' wurde von Richard Duncan 1989 zum ersten Mal veröffentlicht und nach einer steinzeitlichen Ausgrabungsstätte in Tansania, dem Olduvai-Tal, benannt. Duncan geht davon aus, dass die industrielle Zivilisation 1930 begann, sie 1979 ihren Höhepunkt überschritt und sie etwa im Jahr 2030 endet. Gemäß der Theorie wird die Geschichte der Menschheit in drei Phasen unterteilt. Die vorindustrielle Phase ist der längste Abschnitt, der sich fast über unsere gesamte Entwicklung, bis 1930, ausdehnt. Die zweite Phase ist die industrielle Zivilisation, die laut Duncan bis 2030 dauert, aber auch früher zu Ende gehen könnte. Die nachindustrielle Phase ist der letzte Abschnitt, in welcher die Menschheit sich wieder zurück entwickelt.

Die Olduvai Theorie geht davon aus, dass die Energieproduktion seit 1979 nicht mehr exponentiell steigt und ab 2008 zurück geht, wohingegen die Weltbevölkerung weiter wächst. Laut Duncan kommt es deshalb in den nächsten Jahren zu Energiemangel und Stromausfällen. Rückläufige Produktionsmengen sind die Folge. Gleichzeitig verschlechtert sich die Nahrungsmittelversorgung, was zu einer Verringerung der Lebenserwartung führt. Schließlich verursacht die Verschärfung der Situation Verarmung und Kriege um Energie, Wasser und Land. Gemäß der Olduvai-Theorie leben 2015 sieben Milliarden Menschen; 2027 werden es noch fünf Milliarden sein; 2050 nur noch zwei Milliarden. Zur Verdeutlichung: In 35 Jahren – von 2015 bis 2050 – wird die Bevölkerung um fünf Milliarden Menschen abnehmen. Behält Duncan Recht, werden die meisten von uns dieses Ereignis noch miterleben – zumindest den Beginn.

Es dauerte also Milliarden Jahre, bis die Natur Voraussetzungen geschaffen hatte, dass wir uns auf diesem Planeten entwickeln konnten. Dazu brauchten wir Millionen Jahre. Aber unser krönender Abschluss, die industrielle Zivilisation, bringt es laut der Olduvai-Theorie auf ganze einhundert Jahre. Die Ölzeit wäre also erheblich kürzer als die Bronzezeit. Und ging die Bronzezeit nicht zu Ende, weil es keine Bronze mehr gab, ginge die Ölzeit zu Ende, weil es zu viele Menschen gibt. Ob sich diese Theorie bewahrheitet, ist ungewiss, aber mit Gewissheit ist der Weg auf die Finca Bayano angenehmer als der Weg zurück nach Olduvai.

Zurück in die Höhlen, aber zuerst durch die Hölle!